ChatGPT Ads sind in Europa angekommen – und mit dem neuen Ads Manager können Werbetreibende ihre Kampagnen inzwischen direkt über OpenAI buchen und steuern.
Für Performance-Marketing-Agenturen und Advertiser entsteht damit ein möglicherweise einflussreicher Paid-Media-Kanal praktisch vor unseren Augen. Bei ad agents testen und steuern wir bereits ChatGPT-Ads-Kampagnen für Unternehmen und sammeln wertvolle Erkenntnisse zu Setup, Ausspielung, Kosten und Traffic-Qualität.
Nach unseren ersten Erfahrungen mit der Plattform lässt sich vor allem eines sagen: Wer einen ausgereiften Ads Manager wie bei Google oder Meta erwartet, ist zu früh dran. Wer testen, lernen und einen neuen Performance-Kanal vor allen anderen verstehen möchte, kommt dagegen genau zur richtigen Zeit.
Wie funktionieren ChatGPT Ads aktuell?
Seit Anfang September ist der Self-Service Ads Manager von OpenAI auch in Deutschland, der Schweiz und zahlreichen weiteren europäischen Märkten verfügbar. Neben der Buchung über Technologie- und Agenturpartner können somit auch Advertiser ihre Kampagnen direkt über OpenAI aufsetzen und verwalten.
Damit ist ChatGPT für Unternehmen nicht mehr nur eine Plattform für AI Search und AI Visibility, sondern gewinnt zunehmende Relevanz als Paid-Media-Kanal.
Was dabei schnell vergessen wird: Technologisch befindet sich das Werbesystem weiterhin in der Beta.
Und das merkt man.
Der ChatGPT Ads Manager entwickelt sich rasant
Wer seit Jahren mit Google Ads, Meta oder etablierten Programmatic-Plattformen arbeitet, muss sich definitiv umstellen.
Account-Strukturen und Organisation sind teilweise noch umständlich, gewohnte Steuerungsmöglichkeiten fehlen und auch die Auslieferung kann deutlich stärker schwanken, als wir es von etablierten Plattformen gewohnt sind.
Gleichzeitig erleben wir eine bemerkenswerte Entwicklungsgeschwindigkeit. Darstellungen verändern sich teilweise innerhalb weniger Tage, Funktionen werden ergänzt und bestehende Prozesse angepasst.
ChatGPT Ads sind deshalb momentan weniger ein fertiges Werbeprodukt als ein neuer Performance-Marketing-Kanal im Aufbau.
Für uns als Performance-Marketing-Agentur bedeutet das: Erfahrungswissen entsteht gerade erst. Viele Best Practices, die bei SEA, Paid Social oder Programmatic über Jahre aufgebaut wurden, müssen für ChatGPT Ads neu entwickelt, getestet und kontinuierlich angepasst werden.
ChatGPT Ads Reporting: Analyse Funktionen im Aufbau
Auch bei der Analyse ist der Beta-Status offensichtlich.
Aktuell stehen zwar verschiedene Auswertungsmöglichkeiten zur Verfügung, trotzdem ist die Analyse im Vergleich zu etablierten Advertising-Plattformen noch deutlich eingeschränkter.
Für Performance Marketer bedeutet das: Nicht jede Fragestellung, die wir aus Google Ads oder Meta gewohnt sind, lässt sich bereits mit der gleichen Detailtiefe beantworten.
Umso wichtiger ist aus unserer Sicht eine saubere externe Erfolgsmessung. Bei unseren ChatGPT-Ads-Piloten betrachten wir deshalb nicht nur die Daten innerhalb des Ads Managers, sondern verbinden die Kampagnendaten mit Web-Analytics und einer konsequenten UTM-Struktur.
So entsteht eine nachvollziehbare Grundlage, um zu beurteilen, welcher Traffic tatsächlich auf der Website ankommt und wie sich Nutzer nach dem Klick verhalten.
Was kosten ChatGPT Ads? Unsere ersten Benchmarks
Für allgemeingültige ChatGPT-Ads-Benchmarks ist es noch zu früh. Die Plattform befindet sich im Aufbau und die Kosten unterscheiden sich stark nach Produkt, Kontext und Kampagnen-Setup.
Erste Erfahrungswerte bei den von ad agents betreuten Kampagnen sehen wie folgt aus:
CPM: ca. 9 bis 20 Euro
CPC: ca. 0,20 bis 2,50 Euro
Diese Werte verstehen wir ausdrücklich nicht als allgemeingültige Marktbenchmarks. Dafür ist die Datenbasis noch viel zu jung.
Sie geben aber einen ersten Eindruck davon, in welchen Grössenordnungen sich ChatGPT Advertising momentan bewegen kann.
Noch interessanter als der reine Klickpreis ist für uns allerdings die Qualität des Traffics.
Wie gut ist der Traffic aus ChatGPT Ads?
Unsere bisherigen Kampagnenerfahrungen zeigen eine Traffic-Qualität, die sich eher mit SEA Non-Brand vergleichen lässt als mit klassischer Display-Werbung.
Und eigentlich ist das wenig überraschend.
Menschen öffnen ChatGPT nicht primär, um Content zu konsumieren und nebenbei Werbung zu sehen. Sie kommen mit einer Frage, einem Problem oder einer konkreten Aufgabe. Sie recherchieren, vergleichen Möglichkeiten und bereiten Entscheidungen vor.
Genau darin liegt der Unterschied.
Im klassischen Search Marketing reagieren Advertiser auf eine Suchanfrage. Bei ChatGPT Ads entsteht Relevanz aus dem Kontext einer Unterhaltung und der dahinterliegenden Intention.
Damit entsteht ein neuer Touchpoint zwischen Recherche und Entscheidung – und aus unserer Sicht eine interessante Ergänzung zu SEA, Paid Social und Programmatic Advertising.
Für welche Unternehmen sind ChatGPT Ads interessant?
Noch ist es zu früh, ChatGPT Ads pauschal als Pflichtkanal für jedes Unternehmen zu bezeichnen.
Besonders vielversprechend sind erste Tests aus unserer Sicht dort, wo Nutzer vor einer Entscheidung einen hohen Recherche- oder Informationsbedarf haben. Das kann sowohl im E-Commerce als auch bei Dienstleistungen und erklärungsbedürftigen B2B-Produkten der Fall sein.
Entscheidend ist weniger die Branche als die Frage:
Finden rund um mein Produkt, meine Marke oder meine Leistung relevante Gespräche und Entscheidungsprozesse in ChatGPT statt?
Wenn die Antwort darauf ja lautet, kann es sinnvoll sein, früh eigene Erfahrungen mit dem Werbeformat aufzubauen.
First Mover bedeutet: zuerst den Erfahrungsschatz aufbauen
Die grösste Erkenntnis aus unseren bisherigen ChatGPT-Ads-Tests ist nicht ein bestimmter CPC oder CPM.
Es ist die Geschwindigkeit.
Der Kanal verändert sich im Moment so schnell, dass „Kampagne aufsetzen und laufen lassen“ nicht funktioniert. Setups müssen beobachtet, Ergebnisse hinterfragt und neue Möglichkeiten laufend getestet werden.
Wer sich nicht permanent mit der Plattform, ihren Veränderungen und den eigenen Kampagnendaten beschäftigt, läuft Gefahr, innerhalb kurzer Zeit den Anschluss zu verlieren.
Gerade in dieser frühen Phase entsteht Performance deshalb nicht allein durch das richtige Setup, sondern durch kontinuierliches Testen, Lernen und Anpassen.
First Mover zu sein bedeutet deshalb nicht, früher als andere Budget auszugeben.
Es bedeutet, früher zu lernen.
Welche Intents funktionieren? Welche Botschaften erzeugen Resonanz? Welche Produkte passen zum Kanal? Wie entwickelt sich die Traffic-Qualität? Und welche Benchmarks sind für das eigene Unternehmen realistisch?
Wer diese Fragen heute beantwortet, baut Wissen und eigene Daten auf, während sich der Kanal entwickelt.
ChatGPT Ads mit ad agents: Pilot & Learn
Als Performance-Marketing-Agentur beschäftigen wir uns bei ad agents nicht nur mit der strategischen Einordnung von ChatGPT Ads, sondern setzen erste Kampagnen bereits operativ um.
Dabei übertragen wir nicht einfach bestehende SEA- oder Paid-Social-Logiken auf einen neuen Kanal. Wir testen, wie Marken in relevanten Gesprächskontexten sichtbar werden können und wie sich ChatGPT Ads sinnvoll in den bestehenden Performance-Marketing-Mix integrieren lassen.
Unser Ansatz lautet deshalb: Pilot & Learn statt direkt gross skalieren.
Wir unterstützen Unternehmen beim Setup und der Steuerung von ChatGPT-Ads-Kampagnen, bei der Entwicklung geeigneter Kampagnenstrukturen und Creatives sowie bei Tracking, Analyse und der Ableitung eigener Benchmarks.
Denn Reporting, Steuerungsmöglichkeiten und Plattformlogik werden sich weiterentwickeln – und wahrscheinlich werden einige Dinge, die heute gelten, in wenigen Monaten schon wieder anders aussehen.
Genau deshalb ist die aktuelle Phase so spannend.
Es gibt für Unternehmen keine Notwendigkeit, sofort große Budgets einzusetzen. Aber sie können beginnen, strukturiert Erfahrungen zu sammeln.
ChatGPT Ads müssen heute noch kein fester Bestandteil jedes Mediaplans sein. Aber für Marken, deren Kunden bereits in AI-Systemen recherchieren und Entscheidungen vorbereiten, lohnt es sich, den Kanal jetzt genauer anzusehen.
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Wir ermöglichen dir einen schnellen Start sowie kontinuierliche Analyse und Optimierung – damit du so bald wie möglich in den KI-Antworten der Menschen landest, die gerade über deine Themen sprechen.