Auf diese fünf Google-Trends müssen Sie vorbereitet sein

5 Google Trends für das Jahr 2021
© Mitchell Luo / Unsplash

Bei Google ist nichts so sicher wie die Veränderung. Kontinuierlich gibt es neue Tools und Trends sowie Anpassungen im Algorithmus, die das Suchmaschinenmarketing auf den Kopf stellen. Katja Abelein, Team Lead SEA, fasst für etailment.de die fünf Entwicklungen zusammen, die Sie bis zum Jahresende definitiv im Auge behalten müssen.

Die Corona-Pandemie hat das rasante Wachstum im E-Commerce noch beschleunigt, aufzuhalten war der Trend aber auch ohne Lockdown der Ladengeschäfte nicht. Ob Pure-Online-Player oder Omnichannel-Anbieter aber sogar für reine Ladengeschäfte gilt: An dem Suchmaschinengiganten kommt niemand vorbei. Bei der Fülle an neuen Features und Trends im Google-Kosmos ist es umso wichtiger, stets up-to-date zu sein. Hier stellen wir Ihnen fünf aktuelle Entwicklungen vor, die definitiv Potential haben.

Deeplinks

Deeplinks verhelfen insbesondere mobilen Anwendern zu einem schnellen und nutzerfreundlichen Shoppingerlebnis. Die werbetreibenden Unternehmen können sich im Gegenzug auf höhere mobile Conversions freuen, was dieses Feature vor dem Hintergrund der wachsenden mobilen Nutzung außerordentlich attraktiv macht.

Deeplinks werden in Verbindung mit Apps verwendet, um von der Anzeige sofort auf die richtige Zielseite innerhalb der App zu verlinken. Das funktioniert natürlich nur, wenn der User die App bereits installiert hat, andernfalls führt der Link wie bisher zur entsprechenden mobilen Webseite. Die Verlinkung direkt in die App  macht den Kaufabschluss für den Nutzer besonders schnell und einfach und führt so zu deutlich verbesserten Conversionrates, Google spricht sogar von einer Verdopplung der Conversionrate. Der User kann zielgerichtet zu dem Produkt in der App hingeführt werden, das  in der Anzeige beworben wurde. Auf eine Suchanfrage nach einem Lippenstift einer bestimmten Marke erhält der Nutzer im ersten Schritt eine passende Shopping- oder Search-Anzeige. Mit dem Klick auf die Anzeige gelangt er direkt auf die passende Produktdetailseite in der bereits von ihm installierten App. Jetzt ist der Kauf nur noch einen Klick entfernt, denn in der App hat der Nutzer bereits seine Zahlungs- und Adressdaten hinterlegt und der Login ist bereits erfolgt. Ein Riesenvorteil, bequemer geht Shopping nicht mehr.

Deeplinks können bei verschiedenen Arten von Anzeigen gesetzt werden, sei es Searchanzeigen, Display- oder Shoppinganzeigen. Auch für YouTube Anzeigen sind die Deeplinks in Planung. Die Verlinkung funktioniert sowohl bei Android als auch bei iOS Betriebssystemen.

Audio Ads

Audio boomt wie nie zuvor, zwar nicht mehr auf Mittelwelle, dafür aber digital. Egal ob Musikstreaming, Podcasts oder Audio-Apps wie das gerade hypende Clubhouse, die Menschen hören gerne digital. Die Audio-Werbung dagegen hinkt im Digitalbereich unverhältnismäßig hinterher. Ein neues Feature von Google, das noch im Betastatus ist, nimmt sich jetzt des YouTube Musik- und Podcaststreamings an. Der YouTube Kanal wird von vielen Nutzern nicht nur als Videokanal, sondern zusätzlich oder ausschließlich auch als reiner Audiokanal genutzt: Die Musik oder der Podcast läuft im Hintergrund, während andere Tätigkeiten wie Arbeiten, Kochen, Sport oder dergleichen im Vordergrund stehen und somit kein Blick für das Display bleibt. Die ausgespielte Werbung ist daher auf die akustische Wahrnehmung fokussiert, während die visuelle Aufbereitung sehr einfach gehalten ist und auch rein statisch sein kann. Lohnenswert ist die Audiowerbung sowohl für den Hörer als auch für den Werbetreibenden, da Google auch hier verschiedene Signale ausliest, um individuell passende Werbung auszuspielen. Wir sind sehr gespannt auf die ersten Ergebnisse der YouTube Audio Ads.

Free Listings

Beispiel für Free Listings

Beispiel für Google Shopping Anzeigen. In der oberen Zeile bezahlte Anzeigen, ab der zweiten Zeile Free Listings / © ad agents

Seit Ende 2020 sind die kostenlosen Shoppinganzeigen bei Google international ausgerollt und auch in Deutschland verfügbar. Insbesondere für kleinere Unternehmen mit wenig Marketingbudget ist das eine willkommene Gelegenheit, sich bei Google Shopping erstmalig mit Anzeigen zu platzieren und diese kostenlose Variante für sich zu testen Aber auch größere Unternehmen profitieren natürlich von den kostenlosen Einträgen. Verschiedene Produktattribute wie Preis, Verfügbarkeit, Bewertungen und Marke werden zum Teil in den organisch gelisteten Shoppinganzeigen angezeigt. Wer ein Ladengeschäft betreibt, für den sind insbesondere auch die kostenlosen lokalen Anzeigen sehr interessant. Sehr einfach ist die Aktivierung der kostenlosen Listings für Unternehmen, die bereits mit bezahlten Shoppingkampagnen bei Google aktiv sind.  Voraussetzung für die Verwendung der Free Listings ist lediglich ein Google Merchant Center sowie ein Produktdatenfeed, der in einer CSS hochgeladen ist.

Die Aussichten für die Nutzung der kostenlosen Einträge sind rosig: Google berichtet von bis zu doppelt so vielen Views bei Unternehmen, die zusätzlich zu bezahlten auch kostenlose Listings aktiviert haben sowie von 50 Prozent mehr Visits.

Steuerung nach Marge

Automatisierung und KI halten immer mehr Einzug ins Suchmaschinenmarketing. Google kann eine Fülle an Signalen heranziehen, so dass ausgesprochen passgenaue Zielgruppenansprachen möglich werden. Der Erfolg für das werbetreibende Unternehmen ist letztlich aber davon abhängig, ob die Kampagne überhaupt auf die richtigen Ziele ausgerichtet ist. Üblicherweise werden die meisten Performancekampagnen nach dem erzielten Umsatz gesteuert. Die Umsatzbetrachtung kann unter Umständen aber irreführend sein, denn am Ende will das Unternehmen dauerhaft Gewinn erzielen. Durch die Integration von First Party Daten können nun auch die Margen einzelner Produkte für die Kampagnensteuerung herangezogen werden, so dass die Zielsetzung nach echten Business Kennziffern erfolgen kann. Ein Ansatz, der noch nicht viel zum Einsatz kommt und sehr viel Potenzial bietet.

Neukundengewinnung

Beispiel für eine Shoppingkampagne mit Neukunden-Conversionwert

Beispiel für eine Shoppingkampagne mit Neukunden-Conversionwert / © ad agents

Neukunden sind wertvoll und wichtig. Wer sich nur auf Bestandskunden verlässt, die naturgemäß irgendwann abwandern oder ihren Bedarf gestillt haben, wird auf Dauer ohne Kunden dastehen. Jedes Unternehmen ist darauf angewiesen, den Sales Funnel stetig mit neuen Interessenten zu füllen. Google hat das Problem der Unternehmen längst erkannt und bietet auch hier verschiedene Features im Searchbereich an. Beispielsweise können durch Integration der First Party Daten Audience Listen von Bestandskunden erstellt werden, die bei der Werbeansprache ausgeschlossen werden. Hierdurch richtet sich die Kampagne gezielt an Neukunden. Weiterhin können Werbemaßnahmen gezielt auf statistische Zwillinge der bisherigen Bestandskunden ausgerichtet werden. Als statistische Zwillinge werden in diesem Zusammenhang Potenzialkunden bezeichnet, die den tatsächlichen Kunden in ihren Eigenschaften, Merkmalen und Charakteristika ähneln.

Besonders hervorzuheben ist ein neues Feature im conversionstarken Shopping Bereich. Hier bietet Google seit neuestem die Kampagnensteuerung entsprechend dem Zielvorhaben „Conversionwert-Optimierung nach Neukunden“ an. Dazu wird ein durchschnittlicher Wert im Sinne einer Customer-Lifetime-Value ermittelt, der für Neukunden auf den Conversionwert aufgeschlagen wird. Auf diese Weise bietet der Smart Bidding Algorithmus für Neukunden automatisch höhere Gebote als für Bestandskunden.

Wichtig: Google-Trends immer im Blick behalten!

Stillstand ist Rückschritt – wer die Entwicklung von Google ansieht, der kann das bestätigen. Das wichtigste ist, immer am Ball zu bleiben, Chancen zu erkennen und die neuen Möglichkeiten auszuloten. Wir freuen uns über die stets neuen Herausforderungen und sind gespannt, wie wir die beschriebenen fünf Trends am Ende des Jahres im Rückblick bewerten werden.

Katja Abelein

19.04.2021

von Katja Abelein

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